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Der Mythos der Perfektion

  • Autorenbild: petersen1962
    petersen1962
  • vor 15 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Warum Selbstoptimierung Frauen erschöpft und was wirklich entlastet


Spürst du es auch?


Diese feine, tiefe Müdigkeit, die nichts mit Schlaf zu tun hat.

Nicht mit deinem Kalender.

Nicht mit deinem Alter.

Nicht einmal nur die Erschöpfung.


Sondern mit dem ständigen Versuch, alles richtig zu machen.


Richtig als Mutter.

Richtig als Partnerin.

Richtig als Frau.

Richtig in deiner Entwicklung.

Richtig in deiner Heilung.


Ich sage es klar:


Viele Frauen sind nicht erschöpft,

weil sie zu wenig an sich arbeiten.

Sie sind erschöpft, weil sie nie aufhören, es zu tun.


Der Mythos der Perfektion


Der Mythos der Perfektion erzählt dir:

Wenn du dich genug bemühst, wirst du irgendwann ankommen.

Wenn du genug reflektierst,

wirst du frei.

Wenn du deine Muster vollständig löst, wird es leicht.

Doch dieser Mythos ist eine Lüge in schöner Verpackung.


Er tarnt sich als Achtsamkeit.

Als Selbstfürsorge.

Als persönliche Entwicklung.


In Wahrheit ist er oft nur alter Leistungsdruck mit spiritueller Sprache.

Selbstoptimierung macht nicht frei, wenn sie aus demselben inneren Antreiber kommt wie das jahrelange Funktionieren.


Weibliche Erschöpfung ist kein Organisationsproblem


Weibliche Erschöpfung entsteht nicht nur durch zu viele Aufgaben.


Sie entsteht durch ein inneres Versprechen:

Ich darf erst ruhen, wenn ich genug getan habe.

Genug gegeben habe.

Genug verstanden habe.


Viele Frauen 45+, deren Kinder erwachsen sind, stehen plötzlich vor einer leisen Wahrheit:


Ich habe mein ganzes Leben getragen.

Und jetzt trage ich auch noch meine eigene Entwicklung.


Reflektieren.

Heilen.

Wachsen.

Optimieren.


Und irgendwann wird selbst das Wachsen anstrengend.


Die Heilungs-Schleife


Du kennst sie vielleicht.


Du analysierst deine Prägungen.

Du erkennst alte Muster.

Du bearbeitest deine Wunden.


Und trotzdem bleibt da ein Gedanke:

Ich bin noch nicht weit genug.


Andere sind klarer.

Weiter.

Freier.


Ich kenne diese Schleife selbst.

Ich habe lange geglaubt, dass ich nur noch tiefer graben muss, um endlich ruhig zu werden.


Aber innere Ruhe entsteht nicht durch endlose Selbstanalyse.

Sie entsteht, wenn das Antreiben endet.











Perfektionsdruck bei Frauen ist kein persönliches Versagen


Du bist nicht erschöpft, weil du zu schwach bist.

Du bist erschöpft, weil du jahrelang stark warst.


Viele Frauen haben gelernt:


Stell dich zurück.

Halte aus.

Sei verlässlich.

Bleib stabil.


Und später kommt hinzu:


Sei bewusst.

Sei reflektiert.

Sei geheilt.

Sei spirituell entwickelt.


Das ist kein individueller Fehler.

Das ist ein kollektives Muster.


Ein Leben im Daueranspruch.


Nicht nur von außen.

Sondern von innen.



Warum Selbstoptimierung nicht frei macht


Du fragst dich irgendwann:

Warum macht Selbstoptimierung nicht frei, obwohl ich so viel an mir arbeite?


Weil sie oft aus demselben Nervensystem entsteht

wie das Funktionieren.


Im Alltag heißt es:

Ich muss für andere da sein.


In der spirituellen Arbeit heißt es:

Ich muss an mir arbeiten.


Beides basiert auf demselben inneren Glaubenssatz:

Ich bin noch nicht genug.

Solange dieser Satz aktiv ist, bleibt dein Körper in Alarmbereitschaft.



Erschöpft zu sein heißt, sich selbst fern zu sein


Erschöpfung ist nicht nur Müdigkeit.


Erschöpft zu sein heißt:


Dich selbst nicht mehr wirklich zu spüren.

Trotz Wissen keine Lebendigkeit zu fühlen.

Trotz Bewusstsein keinen inneren Frieden zu erleben.


Viele meiner Klientinnen sagen:


„Ich weiß so viel – aber ich fühle nichts mehr.“


Das ist kein Scheitern.


Es ist ein Zeichen,

dass dein System zu lange gehalten hat.


Was wirklich entlastet


Nicht die nächste Methode.

Nicht das nächste Coaching.

Nicht das nächste Buch.


Was wirklich entlastet, ist radikal schlicht:


Aufhören, dich selbst zu verbessern.


Nicht, weil du nicht wachsen darfst.

Sondern weil du nicht repariert werden musst.


Ich habe irgendwann aufgehört, mich ständig zu optimieren.

Und genau dort begann meine echte Freiheit.


Entlastung entsteht,

wenn du dir Ruhe erlaubst,

ohne sie dir verdienen zu müssen.


Wenn du nichts lösen musst.

Nichts beweisen musst.

Nichts darstellen musst.


Der Körper atmet aus.

Die Schultern sinken.

Der Druck lässt nach.


Nicht, weil alles perfekt ist.

Sondern weil Perfektion nicht mehr gefordert wird.


Frauen in der Lebensmitte: Der Wendepunkt


Gerade wir Frauen ab 45 erleben diesen inneren Umbruch.


Die Kinder sind erwachsen.

Rollen verändern sich.

Alte Identitäten bröckeln.


Und plötzlich steht da eine ehrliche Frage:


Wer bin ich,

wenn ich nicht mehr funktioniere?


Diese Phase ist kein Zusammenbruch.

Sie ist eine Einladung.


Nicht zu mehr Entwicklung.

Sondern zu mehr Wahrheit.



















Der Mythos darf enden


Du musst nicht perfekt heilen.

Nicht perfekt loslassen.

Nicht perfekt bewusst sein.


Der Mythos der Perfektion darf hier enden.


Nicht durch ein neues Ideal.

Sondern durch das Ende des inneren Antreibens.


Freiheit ist nicht Fehlerlosigkeit.

Freiheit ist Selbstkontakt.


Freiheit beginnt,

wenn du dich selbst spürst –

ohne dich zu bewerten.

Ohne dich zu optimieren.

Ohne dich zu vergleichen.



Wenn du dich hier wiedererkennst,

dann ist vielleicht nicht mehr Arbeit an dir selbst dran.


Vielleicht ist es Zeit für einen Raum,

in dem nichts an dir verbessert werden muss.


Kein neues Programm gegen dich.

Kein weiteres Ideal.


Sondern Rückverbindung.

Zu deiner eigenen Energie.

Zu deiner eigenen Wahrheit.


Nicht, um besser zu werden.

Sondern um wieder bei dir anzukommen.


In Verbundenheit, Heike









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